01.09.2026
Blog
Enterprise Service Management
Cloud Transformation

Von der Strategie zur Umsetzung: Wie souveräne Cloud-Plattformen digitale Unabhängigkeit ermöglichen

Cloud-Souveränität hat sich vom politischen Schlagwort zu einer konkreten Anforderung für Unternehmen und Behörden entwickelt. Doch nachdem die strategischen Ziele definiert sind, stellt sich die entscheidende Frage: Wie gelingt die praktische Umsetzung? Der Weg zu mehr digitaler Souveränität führt nicht zwangsläufig zu dem Verzicht auf Cloud-Technologien. Vielmehr geht es darum, Cloud-Strategien so zu gestalten, dass Kontrolle, Compliance und Innovationsfähigkeit gleichermaßen gewährleistet bleiben. 

Heike Abels
Referentin für Unternehmenskommunikation

Key Takeaways

  • Digitale Souveränität umfasst Datenhoheit, Compliance und technologische Unabhängigkeit. 
  • Offene Standards helfen, Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu reduzieren. 
  • Souveräne Cloud-Plattformen eröffnen neue Optionen für regulierte Organisationen. 
  • Erfolgreiche Umsetzung erfordert einen ganzheitlichen Blick auf Infrastruktur, Plattformen und Prozesse.

Cloud-Souveränität braucht mehr als nur den richtigen Standort

In den ersten Teilen dieser Blogreihe haben wir betrachtet, warum digitale Souveränität für Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt und weshalb sich die Diskussion von „Cloud First“ zu „Sovereignty First“ entwickelt.

Cloud-Souveränität wird häufig auf den Standort von Rechenzentren reduziert, dabei geht das Thema deutlich weiter. Entscheidend ist nicht nur, in welchem Land die Daten gespeichert werden, sondern auch, welche rechtlichen Rahmenbedingungen für das Unternehmen gelten, welche Abhängigkeiten zu Technologieanbietern bestehen und wie flexibel Unternehmen ihre Anwendungen und Daten künftig bewegen können. Unternehmen müssen daher technische, regulatorische und strategische Aspekte gemeinsam betrachten. 

Offene Standards stärken die Handlungsfreiheit

Ein wesentlicher Baustein digitaler Souveränität ist die Vermeidung unnötiger Herstellerabhängigkeiten. Cloud-Plattformen, die auf offenen Technologien wie OpenStack und Kubernetes basieren, ermöglichen es Unternehmen, ihre Anwendungen und Workloads flexibler zu betreiben und weiterzuentwickeln. Offene Standards fördern Portabilität und schaffen die Grundlage, um technische Entscheidungen langfristig selbstbestimmt treffen zu können. Gleichzeitig bleiben Unternehmen anschlussfähig an moderne Automatisierungs- und DevOps-Konzepte. Digitale Souveränität bedeutet deshalb nicht auf Innovationen zu verzichten, sondern die Fähigkeit, Innovationen ohne unnötige Abhängigkeiten zu nutzen. 

Der Weg in die souveräne Cloud beginnt häufig mit der Modernisierung bestehender Infrastrukturen

Viele Unternehmen und Organisationen stehen derzeit vor der Herausforderung, ihre bestehenden Virtualisierungs- und Rechenzentrumslandschaften neu auszurichten. Insbesondere aktuelle Veränderungen im Virtualisierungsmarkt führen dazu, dass Unternehmen ihre Infrastrukturstrategien überprüfen und neue Optionen bewerten.

Ein strukturierter Migrationsansatz hilft dabei, Risiken zu minimieren und gleichzeitig eine zukunftsfähige Architektur aufzubauen. Erfolgreiche Projekte beginnen typischerweise mit einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Systeme und Anwendungen. Anschließend werden Zielarchitektur, Migrationspfad und Betriebsmodell definiert, bevor die schrittweise Transformation erfolgt. Dabei gewinnen Automatisierung, Infrastructure-as-Code und standardisierte Landing Zones zunehmend an Bedeutung. Viele Organisationen setzen hierbei auf erfahrene Partner, die sowohl klassische Infrastrukturwelten als auch moderne Cloud-Architekturen kennen und den besonderen Anforderungen regulierter Umgebungen Rechnung tragen können. 

Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch nicht allein in der Migration. Vielmehr eröffnet sie die Möglichkeit, Betriebsmodelle zu modernisieren, Prozesse zu standardisieren und die Grundlage für zukünftige Innovationen zu schaffen. 

Enterprise-Service-Plattformen als Baustein digitaler Souveränität

Besonders relevant wird die Souveränitätsfrage bei geschäftskritischen Plattformen für IT-, Enterprise-, HR- oder Customer-Service-Prozesse. Viele Unternehmen setzen hier auf etablierte Plattformen wie ServiceNow. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Compliance, Datenschutz und regulatorische Nachweisbarkeit. Die gute Nachricht: Moderne Service-Plattformen und digitale Souveränität sind kein Widerspruch. Vielmehr entstehen derzeit neue Betriebsmodelle, die die Funktionalität weltweit etablierter Plattformen mit den Anforderungen an europäische Datenhoheit verbinden. 

Ein Beispiel hierfür sind Lösungen, die die Möglichkeiten von ServiceNow mit einer souveränen europäischen Cloud-Infrastruktur kombinieren. Die Partnerschaft von Materna und STACKIT ermöglicht dabei Betriebsmodelle, die hohe Anforderungen an Datenschutz, Compliance und digitale Souveränität unterstützen. Auftraggeber profitieren von einer leistungsfähigen Cloud-Plattform mit Datenhaltung in Europa sowie von mehr Transparenz und Kontrolle über geschäftskritische Anwendungen und Daten. Insbesondere für öffentliche Auftraggeber, regulierte Branchen und KRITIS-Unternehmen eröffnet dies zusätzliche Handlungsspielräume bei der Umsetzung moderner Cloud-Strategien.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass nicht allein die Technologie über den Erfolg entscheidet. Ebenso wichtig sind ein tiefes Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse sowie Erfahrungen bei Einführung, Integration und Betrieb solcher Plattformen in anspruchsvollen regulatorischen Rahmenbedingungen. 

Souveränität als kontinuierliche Transformationsaufgabe

Digitale Souveränität ist kein einmaliges Projekt. Sie entwickelt sich zu einer dauerhaften Managementaufgabe, die Technologieentscheidungen, Compliance-Anforderungen und Geschäftsstrategien miteinander verbindet.

Unternehmen, die heute auf offene Architekturen, flexible Betriebsmodelle und souveräne Cloud-Plattformen setzen, schaffen sich die notwendigen Handlungsspielräume für künftige regulatorische und technologische Veränderungen. Der Fokus verschiebt sich damit von der Frage, ob Cloud-Nutzung möglich ist, hin zur Frage, wie sie kontrolliert, sicher und zukunftsfähig gestaltet werden kann. 

Cloud-Souveränität im Alltag

Die Debatte um digitale Souveränität erreicht zunehmend die operative Ebene. Nach der strategischen Neuausrichtung vieler Cloud-Strategien geht es nun um die konkrete Umsetzung. Offene Standards, souveräne Cloud-Infrastrukturen und geeignete Betriebsmodelle bieten Unternehmen die Möglichkeit, regulatorische Anforderungen mit Innovationsfähigkeit zu verbinden. Entscheidend ist dabei ein ganzheitlicher Blick auf Infrastruktur, Plattformen und Prozesse. Nur so entsteht digitale Souveränität, die nicht auf dem Papier steht, sondern im Alltag gelebt werden kann. 

Weitere Beiträge aus der Reihe:

Teil 1: Cloud-Souveränität – Erfolgsfaktor für moderne IT- und Enterprise-Service-Plattformen

Teil 2: Von Cloud First zu Sovereignty First: Die Spielregeln der Cloud verändern sich

Weitere Informationen

ServiceNow

STACKIT und Materna

Heike Abels
Referentin für Unternehmenskommunikation

Heike Abels arbeitet bei Materna als Referentin für Unternehmenskommunikation. Sie betreut redaktionell verschiedene Formate für die externe Kommunikation. Thematischer Schwerpunkt ist der Bereich Cross Market Services. Dazu zählen Enterprise Service Management, Customer Service und Cyber Security.