06.10.2026
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Data & AI
Enterprise Service Management

KI braucht Orchestrierung: Warum Enterprise Service Management zur Grundlage intelligenter Unternehmen wird

Viele Unternehmen investieren derzeit in Künstliche Intelligenz, um Prozesse zu automatisieren und die Produktivität zu steigern. Doch der Erfolg von KI hängt nicht allein von leistungsfähigen Modellen oder intelligenten Assistenten ab. Erst wenn Prozesse, Daten und Verantwortlichkeiten über Abteilungsgrenzen hinweg miteinander verknüpft sind, kann KI ihr Potenzial im Unternehmensalltag entfalten. Warum Enterprise Service Management dabei eine Schlüsselrolle spielt und Enterprise Work Orchestration den nächsten Entwicklungsschritt markiert, zeigt dieser Beitrag.

Heike Abels
Referentin für Unternehmenskommunikation

Key Takeaways

  • Ohne Orchestrierung bleibt KI Stückwerk.
  • ESM schafft die organisatorischen Voraussetzungen für den produktiven KI-Einsatz. 
  • Enterprise Work Orchestration verbindet Menschen, Prozesse und KI zu einem durchgängigen Arbeitsfluss. 

Die KI-Diskussion greift zu kurz 

 Wenn Unternehmen heute über Künstliche Intelligenz sprechen, stehen meist Sprachmodelle, intelligente Assistenten oder autonome Agenten im Mittelpunkt. Diskutiert werden vor allem Tokenverbrauch, Kosten und Modellleistung – weit weniger jedoch die Frage, auf welcher organisatorischen Grundlage diese Technologien überhaupt wirksam werden können. 

Denn KI entfaltet ihren Nutzen nicht im luftleeren Raum. Sie benötigt klar definierte Prozesse, eindeutige Verantwortlichkeiten und einen konsistenten Zugang zu Informationen. Fehlen diese Voraussetzungen, kann auch die leistungsfähigste KI nur begrenzt Mehrwert schaffen. Statt Prozesse zu beschleunigen, reproduziert sie bestehende Ineffizienzen – nur eben schneller. 

Das eigentliche Problem: Fragmentierte Arbeit 

In vielen Organisationen sind Abläufe über zahlreiche Systeme, Teams und Fachbereiche verteilt. Informationen werden mehrfach erfasst, Entscheidungen manuell weitergereicht und Aufgaben über persönliche Nachrichten wie E-Mails oder Chat sowie Tickets oder Tabellen koordiniert. Jeder Bereich optimiert seine eigenen Prozesse – das Zusammenspiel über Organisationsgrenzen hinweg bleibt jedoch häufig lückenhaft. 

Genau hier liegt die eigentliche Herausforderung. Nicht die fehlende Digitalisierung einzelner Prozesse bremst Unternehmen aus, sondern die mangelnde Vernetzung zwischen ihnen. Medienbrüche, unklare Zuständigkeiten und fehlende Transparenz erschweren die Zusammenarbeit und verhindern, dass Informationen dort verfügbar sind, wo sie benötigt werden. 

Für KI wird diese Fragmentierung schnell zum Problem. Sie kann nur dann fundierte Entscheidungen unterstützen oder Aufgaben automatisieren, wenn sie auf vollständige, aktuelle und miteinander verknüpfte Informationen zugreifen kann. 

Enterprise Service Management wird zur strategischen Basis 

An dieser Stelle gewinnt Enterprise Service Management (ESM) eine neue Bedeutung. Moderne Serviceplattformen entwickeln sich von operativen Werkzeugen für einzelne Fachbereiche zu unternehmensweiten Steuerungsplattformen. Sie standardisieren Prozesse, schaffen Transparenz und verbinden unterschiedliche Organisationseinheiten auf einer gemeinsamen Grundlage. 

Dabei geht es längst nicht mehr nur um die IT. Personalwesen, Einkauf, Facility Management oder Finance arbeiten heute ebenfalls serviceorientiert und profitieren von gemeinsamen Workflows, einheitlichen Datenstrukturen und durchgängigen Prozessen. Dadurch entsteht ein digitales Fundament, auf dem Informationen nicht mehr isoliert, sondern organisationsweit verfügbar sind. 

Von Service Management zu Enterprise Work Orchestration 

Doch selbst standardisierte Services reichen künftig nicht mehr aus. Der nächste Entwicklungsschritt besteht in der intelligenten Steuerung und Koordination von Arbeit über Abteilungs-, Prozess- und Systemgrenzen hinweg, der (sogenannten) Enterprise Work Orchestration (EWO). Ziel ist es, nicht nur einzelne Services effizient bereitzustellen, sondern den gesamten Arbeitsfluss im Unternehmen transparent zu machen und aktiv zu steuern. 

Enterprise Work Orchestration verbindet Menschen, Anwendungen, Daten und zunehmend auch KI-Agenten in einem gemeinsamen Steuerungsmodell. Statt einzelne Prozesse isoliert zu betrachten, wird die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick genommen. Aufgaben werden automatisch an die richtigen Stellen weitergeleitet, Abhängigkeiten sichtbar gemacht und Entscheidungen dort unterstützt, wo sie den größten Nutzen stiften. So entsteht ein durchgängiger Arbeitsfluss – unabhängig davon, ob eine Aufgabe von einem Mitarbeitenden, einer Fachanwendung oder künftig von einem KI-Agenten übernommen wird. 

Warum das für KI entscheidend ist 

Gerade mit Blick auf den Einsatz von KI wird deutlich, warum Orchestrierung immer wichtiger wird. Intelligente Assistenten und Agenten benötigen nicht nur Zugriff auf Daten, sondern auch einen klar definierten Kontext. Sie müssen wissen, welche Aufgabe gerade bearbeitet wird, welche Informationen relevant sind, welche Regeln gelten und welche nächsten Schritte möglich sind. 

Je besser Organisationen ihre Services, Workflows und Plattformen integriert haben, desto einfacher lassen sich KI-Funktionen produktiv einsetzen. Erst wenn Prozesse transparent und digital orchestriert sind, kann KI ihr Potenzial entfalten – sei es bei der Bearbeitung von Serviceanfragen, der Unterstützung von Entscheidungen oder der Automatisierung komplexer Abläufe. Orchestrierung wird damit zur Brücke zwischen technologischer Innovation und operativem Nutzen. 

KI braucht ein starkes Fundament 

Der Erfolg von KI hängt nicht allein von der Qualität der eingesetzten Modelle ab. Entscheidend ist, wie gut Unternehmen ihre Arbeit organisieren und Informationen über Fachbereiche hinweg verfügbar machen. 

Enterprise Service Management schafft dafür die strukturellen Voraussetzungen. Enterprise Work Orchestration entwickelt diese Basis weiter, indem sie Menschen, Systeme und KI in einem gemeinsamen Arbeitsmodell zusammenführt. 

Wer heute in diese Grundlagen investiert, schafft nicht nur effizientere Prozesse, sondern legt das Fundament für eine Organisation, in der Künstliche Intelligenz ihr Potenzial langfristig und skalierbar entfalten kann. 

 

Weitere Informationen

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Enterprise Work Orchestration 

Heike Abels
Referentin für Unternehmenskommunikation

Heike Abels arbeitet bei Materna als Referentin für Unternehmenskommunikation. Sie betreut redaktionell verschiedene Formate für die externe Kommunikation. Thematischer Schwerpunkt ist der Bereich Cross Market Services. Dazu zählen Enterprise Service Management, Customer Service und Cyber Security.