11.08.2026
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Cyber Security

Drohnen erkennen und abfangen: Die Lösungen liegen vor

Wie gut sind kritische Infrastrukturen gegen Drohnenangriffe geschützt? Der Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle hat Deutschland wachgerüttelt. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Der Ruf nach Maßnahmen zur. Drohnenerkennung wird laut. Die benötigten Lösungen gibt es bereits.

Stefan Reinke
Content-Redakteur

Key Takeaways

  • Drohnendetektion: Technische Lösungen sind vorhanden und können Drohnenaktivitäten frühzeitig sichtbar machen.
  • Integrierte Sicherheit: Drohnendetektion entfaltet ihren größten Nutzen, wenn sie in zentrale Lagebilder sowie bestehende Sicherheits- und Alarmierungsprozesse eingebunden ist.
  • Resilienz stärken: KRITIS-Betreiber können mit integrierten Detektions-, Video- und Sensordaten schneller reagieren und ihre Schutzkonzepte wirksam erweitern.

Drohnen erkennen und abfangen: Die Lösungen liegen vor

Wie gut sind kritische Infrastrukturen gegen Drohnenangriffe geschützt? Der Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle hat Deutschland wachgerüttelt. Bislang erschien die Bedrohung durch Drohnen von Hobbypiloten auszugehen. Doch nun ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und spricht von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.

Vom unerlaubten Drohnenflug zur realen Sicherheitsbedrohung

Unerlaubte Drohnenflüge beschäftigen Flughäfen und Sicherheitsbehörden schon seit Jahren. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) registriert nach eigenen Angaben jedes Jahr eine hohe Zahl von Drohnen, die den Flugverkehr im Umfeld von Verkehrsflughäfen stören. Die Folgen können Verspätungen, Umleitungen oder Flugausfälle sein. Vor allem aber warnt die DFS davor, dass Drohnen in der Nähe bemannter Flugzeuge Passagiere und Besatzungen gefährden können.

Und die Zahl der Sichtungen steigt. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schreibt von 166 gemeldeten Drohnen an den 15 internationalen Verkehrsflughäfen im ersten Halbjahr 2026 und bezieht sich dabei auf Angaben der Deutschen Flugsicherung. Im ersten Halbjahr 2025 seien 101 Fälle registriert worden.

Schon diese Zahlen zeigen, wie präsent Drohnen im Umfeld sensibler Infrastruktur inzwischen sind. Der Vorfall in Leipzig/Halle hebt die Debatte jedoch auf eine andere Ebene.

Der Ruf nach besserem Schutz wird lauter

Immerhin: Der Handlungsbedarf beim Schutz von Flughäfen und anderen KRITIS-Einrichtungen wurde erkannt – das Diskussionspotenzial allerdings auch. Denn Drohnendetektion und Drohnenabwehr liegen in unterschiedlichen Zuständigkeiten. Erste Politiker fordern eine Vereinfachung. So sollen die Betreiber kritischer Infrastrukturen ermächtigt werden, Drohnen unschädlich zu machen, was sie nach aktueller Rechtslage nicht dürfen.

Aber steht Deutschland wirklich so schutzlos da?

Nein. Lösungen zur Erkennung von Drohnen sind vorhanden. Auch die Deutsche Flugsicherung unterstützt die zuständigen Sicherheitsbehörden bereits bei der Einführung leistungsfähiger Systeme zur Drohnendetektion und -abwehr.

Für Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen verdächtige Drohnenaktivitäten möglichst früh erkennen, einordnen und die Informationen schnell in bestehende Sicherheits- und Alarmierungsprozesse überführen können.

Drohnendetektion in bestehende Sicherheitsprozesse integrieren

Materna bietet dafür einen konkreten Lösungsansatz zur Drohnendetektion bei Organisationen mit sensiblen Liegenschaften, verteilten Standorten oder besonders schützenswerten Betriebsprozessen. Dazu zählen insbesondere Energieversorger, Industrieunternehmen, Flughäfen, Behörden, Kasernen sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen. Auch bei temporären Schutzszenarien, etwa rund um Großveranstaltungen, kann Materna dabei unterstützen, Drohnenaktivitäten frühzeitig zu erkennen und in ein zentrales Lagebild zu integrieren.

Sensordaten werden in einem zentralen SIEM-Liegenschaftslagebild zusammengeführt und machen Drohnenaktivitäten über alle Standorte hinweg in Echtzeit sichtbar. So lassen sich Vorfälle schneller erkennen, einordnen und an bestehende Sicherheits- und Alarmierungsprozesse anbinden. Gleichzeitig bietet dies die Möglichkeit, fristgerechte und auditfähige Meldungen an die Sicherheitsbehörden zu übermitteln. Für Organisationen der kritischen Infrastruktur entsteht damit ein integrierter Ansatz, um neue Bedrohungen wirksam und nachvollziehbar zu überwachen – als Teil eines ganzheitlichen Liegenschaftsschutzkonzepts.

Mehr als nur den Luftraum überwachen

Dabei reicht es nicht, ausschließlich den Luftraum zu betrachten. Marcus Götting, Leiter Competence Center IoT bei Materna, beschreibt die Herausforderung so: „KRITIS-Betreiber stehen vor der Aufgabe, weitläufige Anlagen zuverlässig zu überwachen und gleichzeitig schneller auf sicherheitskritische Ereignisse zu reagieren.“

Klassische Videoüberwachung erkennt Vorfälle jedoch nur dann in Echtzeit, wenn das Sicherheitspersonal den Livestream verfolgt. Moderne Kameras mit Edge-KI verbessern die Situation zwar durch automatische Objekterkennung und weniger Fehlalarme. Doch die Materna-Lösung SecuSite AI geht noch weiter: Die speziell auf KRITIS-Einrichtungen ausgelegte Plattform integriert Videoanalysen, Zutrittskontrolle und weitere Sensorik zu einem konsolidierten Lagebild.

Durch die Anbindung von Leitständen, Workflows und Ticketsystemen werden relevante Ereignisse nicht nur erkannt, sondern in bestehende Sicherheitsprozesse eingebunden. Das Ergebnis: mehr Transparenz, schnellere Reaktionszeiten und ein höheres Sicherheitsniveau.

Drohnendetektion beim Resilience Readiness Day

Um diesem aktuellen Thema intensiver auf den Grund zu gehen, veranstalten Materna und der ASW West am 10. September 2026 den Resilience Readiness Day. Die Veranstaltung bringt Entscheider:innen aus Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Bundeswehr, KRITIS-Unternehmen und Industrie zusammen, um darüber zu diskutieren, wie gesamtstaatliche Resilienz gestaltet und praktisch umgesetzt werden kann.

Ein eigener Themenblock behandelt UAV-Detektion, KI-Überwachung, Sensorik und Auditfähigkeit. Auf der Agenda stehen unter anderem ein UAV-Exposure-Check sowie die Frage, was Staat und KRITIS bei Drohnendetektion und Gegenmaßnahmen im geltenden Rechtsrahmen beachten müssen. Den Abschluss bilden die Perspektive auf vernetzte Resilienz für Logistik sowie Live-Vorführungen.

Redaktion
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Stefan Reinke
Content-Redakteur

Stefan Reinke arbeitet als Content-Redakteur in der Unternehmenskommunikation bei Materna. Seine Schwerpunkt-Themen sind die Bereiche Energy, Insurance und KI.