25.11.2025
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Sustainability
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Nachhaltigkeit durch IT: Wie digitale Services Staat, Gesellschaft und Umwelt stärken

Oft wird im Nachhaltigkeitssektor von der Twin Transformation – Digitalisierung und Nachhaltigkeit als gemeinsame Herausforderung – gesprochen. Doch wie genau tragen IT-Dienstleistungen zur nachhaltigen Entwicklung von Gesellschaft und Umwelt bei? Dieser Gedanke bietet Anlass, zu beleuchten, welche Verbindung von Natur aus zwischen IT-Services und sozialer oder ökologischer Wirkung besteht. 

Portrait von Ansprechpartnerin Maja Voelkel
Maja Völkel
Corporate Social Responsibility Managerin

IT zur Stärkung des öffentlichen Sektors

Einer der naheliegendsten Sektoren, um nach Anwendungsfällen dieser Art zu suchen, ist sicherlich der öffentliche Sektor. IT-Projekte mit dem Ziel, die Datensouveränität oder die IT-Security von öffentlichen Institutionen zu erhöhen, tragen dazu bei, dass der deutsche Staat sich besser gegen Cyber-Attacken verteidigen kann. Resilienz ist ein zentraler Bestandteil der Definition von Nachhaltigkeit. Materna unterstützt beispielsweise die Deutsche UNESCO-Kommission bei der Erstellung von Richtlinien und Leitlinien mit Informationssicherheitsbezug und der Implementierung von IT-Sicherheitsmaßnahmen in Vorbereitung auf ein Informationssicherheits-Managementsystem. Das Projektteam nutzte im Verhandlungsverfahren den preislichen Spielraum, da Materna die Aufgabe der Kommission, die friedenssichernde internationale Zusammenarbeit zu stärken, unterstützt. 

IT-Dienstleistungen im öffentlichen Sektor beschäftigen sich außerdem häufig mit der Digitalisierung und Verbesserung von bürokratischen Prozessen. Die Lösung „Digitaler Posteingang“ von Materna, die eingehenden E-Mail-Verkehr automatisch semantisch analysiert und vorverarbeitet, ist ein solcher Fall. So kann die Geschwindigkeit und Effizienz der Verfahren erhöht und die Verwaltung entlastet werden. In ähnlicher Weise modernisieren IT-Projekte oft auch bürgergewandte Leistungen. Dies kann dazu beitragen, Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der öffentlichen Verwaltung vorzubeugen. So digitalisiert z. B. das Materna-Projekt „eAKZ“ (elektronischer Ausfuhrkassenzettel) per App die Erteilung der Ausfuhr- und Abnehmerbestätigung im nichtkommerziellen Warenverkehr für Nicht-EU-Bürger als Grundlage für die spätere Rückerstattung der Mehrwertsteuer. Das Ziel ist, eine Vereinfachung des bisherigen Verfahrens und damit eine Aufwands- und Zeitersparnis für die User zu generieren sowie den Grenzverkehr zu verflüssigen. Beide Arten von Services stärken indirekt demokratische Prozesse und den gesellschaftlichen Rückhalt des Staates.

IT als Enabler

Informationstechnologien werden auch im Katastrophenschutz eingesetzt, um sowohl eine schnelle, effektive Reaktion der Bevölkerung als auch der Einsatzkräfte zu unterstützen. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt „FreiburgRESIST“, bei dem Materna mit der Stadt Freiburg an einem Resilienz-Managementsystem für eine detaillierte, vorgeschaltete Sicherheitsplanung bei Großveranstaltungen arbeitet.  Auch im Gesundheitsbereich werden Verbesserung von Versorgungssituationen durch IT-Lösungen erprobt und umgesetzt, beispielsweise durch intelligente Logistik, digitale Patientenakten oder Telemedizin. Materna demonstriert weitere Anwendungsfälle im Gesundheitssektor mit den Projekten „DAIsy“ – einem KI-basierten, unterstützenden Tool zur Diagnose und Behandlung psychischer Krankheiten – und „GAiST“ als KI-basierte Unterstützung im Kontext betreuten Wohnens und der Digitalisierung medizinischer Leitlinien. 

Beide Bereiche zeigen beispielhaft, dass IT-Dienstleistungsprojekte einen positiven Beitrag für eine große Menge an Menschen leisten können.

Darüber hinaus kann gesellschaftlicher Mehrwert durch Tätigkeiten generiert werden, die ein IT-Dienstleister „pro bono“ durchführt – also kostenlos für die andere Organisation. Auszubildende können an solch einem Projekt ihre Fähigkeiten ausbauen und kreativ sein, während der Empfänger der Dienstleistung ein kostenloses Ergebnis erhält. Ein Beispiel ist das langjährige Projekt von Materna TMT mit der Dortmunder Tafel, bei dem Auszubildende der gemeinnützigen Organisation eine Verwaltungssoftware bereitstellen und weiterentwickeln.

IT für den Umweltschutz

IT-Dienstleister können durch Kundenprojekte auch einen positiven Effekt für einen anderen wichtigen Bereich der Nachhaltigkeit erzielen: die Umwelt. Digitalisierungsprojekte gehen häufig mit Effizienzgewinnen in den Prozessen einher. So können durch Digitalisierung und Modernisierung umweltfreundlichere Alternativen zu Vorgehensweisen geschaffen werden, die weniger Ressourcen verbrauchen, weniger CO2 emittieren oder andere negative Umweltauswirkungen verringern. Materna arbeitet beispielsweise mit Hobart an der Visualisierung und Dokumentation der Verbräuche von Spülmaschinen für den professionellen Einsatz mit dem Ziel, neben Kosten auch Wasser, Energie und Spülmittel einzusparen. 

Im ökologischen Kontext gibt es weiterhin die Chance, mithilfe von Datenanalysen aus Natur und Klima bessere Vorhersagen zu treffen oder Muster zu erkennen. Dies kann sehr hilfreich sein für die Planung und Vorbereitung auf Extremwetterereignisse sowie zum Artenschutz. Das Materna-Projekt „Waldplanung 4.0“, zum Beispiel, erstellt mit Stereo-Luftbildern sowie Satellitenbildern ein digitales Abbild der Waldflächen der Bayerischen Staatsforsten. Die daraus abgeleiteten Produkte bieten eine aktuelle und lückenlose Datengrundlage für eine Kartierung und Planung der Forstflächen. Darauf fußen nachgelagerte Maßnahmen für eine nachhaltige und klimastabile Waldbewirtschaftung. Ein weiteres Beispiel ist die von Materna mit dem LAVES (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) entwickelte App WilKEA, mit der Förster, Jäger und Mitarbeiter der Veterinärverwaltung in Niedersachsen die Probenahmedaten von Wildschweinen zur Untersuchung auf die Afrikanische Schweinepest und damit zum Zweck der Tierseuchenüberwachung digital erfassen können. Diese digitale Erfassung ist zusätzlich für Probenahmedaten von Trichinen bei Wildschweinen möglich. Der Jäger kann sich zu einer entnommenen Trichinenprobe seinen Wildursprungsschein in WilKEA generieren lassen. Das Erfassungssystem könnte in Zukunft auch auf andere Wildtierkrankheiten ausgeweitet werden.

Außerdem können IT-Lösungen im Umweltbereich auch dazu genutzt werden, Verhaltensänderungen zu unterstützen, um z. B. Energieverbräuche zu senken und so CO2-Emissionen und Ressourcen zu sparen: Durch Digitalisierung sind Echtzeitanzeigen, Vergleiche mit anderen Personen, Wettbewerbe untereinander und Warnungen bei der Erreichung der monatlichen Abschlagssumme deutlich einfacher umsetzbar. Auch die Kontextualisierung der Verbräuche durch eine Anzeige in alltagsüblichen Äquivalenten statt abstrakten Maßeinheiten ist eine Möglichkeit. Das Forschungsförderprogramm SmartLivingNEXT, an dem Materna beteiligt ist, begünstigt u.a. solche technischen Entwicklungen.

Ein zentraler Baustein im Umweltschutz ist zudem selbstverständlich die Gestaltung der IT-Infrastruktur selbst. IT-Dienstleister haben heute viele Möglichkeiten, ihren eigenen CO2-Fußabdruck und damit auch den ihrer Services zu verringern: Cloud Computing, Virtualisierung von Servern, energieeffiziente Hardware und Green Coding sind Beispiele für solche Ansätze. Diese gehen auch mit Vorteilen über den Umweltschutz hinaus einher, wie Kosteneinsparungen, betriebliche Effizienz und Innovationsförderung.

IT-Dienstleistungen und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass IT-Dienstleister durch ihre Projekte direkt oder indirekt einen gesellschaftlichen und ökologischen Beitrag leisten können. Indem sie innovative Lösungen entwickeln, tragen sie zur Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft bei.

Portrait von Ansprechpartnerin Maja Voelkel

Maja Völkel
Corporate Social Responsibility Managerin

Maja Völkel ist Corporate Social Responsibility Managerin bei Materna. Sie verantwortet das Thema Nachhaltigkeit in der Materna-Gruppe strategisch, beobachtet regulatorische und marktbezogene Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit und leitet Handlungsempfehlungen für Materna ab.