11.02.2025
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Low-Code als Schlüssel zur Digitalisierung: Was Sie darüber wissen sollten

Low-Code verspricht eine schnellere und einfachere Entwicklung von Software, bei der Fachexpert:innen aktiv eingebunden werden können. Was genau steckt hinter diesem Ansatz, welche Vorteile und Herausforderungen bringt er mit sich, und wie könnte Low-Code speziell in der öffentlichen Verwaltung genutzt werden? In diesem Beitrag erfahren Sie die Antworten auf diese Fragen und erhalten einen Einblick in das Potenzial von Low-Code.

Vanessa Dunker
Content-Managerin

Low-Code ist ein moderner Ansatz, der die Softwareentwicklung erheblich vereinfacht und beschleunigt. Kern des Konzepts ist der Einsatz grafischer Benutzeroberflächen und wiederverwendbarer Bausteine, um komplexe Anwendungen effizient zu erstellen. Anders als bei der klassischen Softwareentwicklung, bei der oftmals noch jede Zeile Code manuell geschrieben werden muss, – auch wenn es hier verschiedene Mechanismen zur Unterstützung bei der Codeerstellung gibt – arbeiten Entwickler:innen und Fachexpert:innen gemeinsam an der Erstellung und Anpassung von Anwendungen. Hierbei kommen visuelle Werkzeuge zur Prozessgestaltung mithilfe von Drag-and-Drop-Funktionen oder konfigurierbare Tabellen zum Einsatz.

Die Besonderheit von Low-Code liegt in der Verwendung grafischer Modelle und Bausteine mit festgelegter Bedeutung. Diese Modelle dienen nicht nur der Veranschaulichung von Prozessen, sondern können direkt in funktionierenden Code umgewandelt werden. Damit entsteht eine nahtlose Verbindung zwischen technischen Anforderungen und fachlichen Zielsetzungen.

Vorteile von Low-Code

Low-Code bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die den Softwareentwicklungsprozess nachhaltig verändern und optimieren:

  • Höhere Geschwindigkeit: Dank Funktionen wie Drag-and-Drop, vorgefertigten Modulen und wiederverwendbaren Vorlagen können Anwendungen in deutlich kürzerer Zeit entwickelt werden. Dies spart wertvolle Ressourcen und reduziert die Time-to-Market erheblich.
  • Einfachere Zusammenarbeit: Die grafische Darstellung von Prozessen erleichtert die Kommunikation zwischen Fachexpert:innen und Entwickler:innen. Dadurch werden Missverständnisse vermieden und praxisnahe Lösungen geschaffen, die den Anforderungen der Anwender wesentlich besser entsprechen.
  • Ende-zu-Ende-Digitalisierung: Mit Low-Code-Plattformen können komplette Arbeitsprozesse durchgängig digitalisiert und automatisiert werden. Dies sorgt für Effizienz und Transparenz in der Organisation.
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Durch die visuelle Entwicklungsweise lassen sich Änderungen an Prozessen oder Funktionen unkompliziert umsetzen und direkt testen. Das beschleunigt nicht nur die Entwicklung, sondern sorgt auch für eine hohe Anpassungsfähigkeit.

Darüber hinaus fördert Low-Code eine enge Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Abteilungen einer Organisation, da alle Beteiligten aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden werden können. Dies schafft Transparenz und verbessert die Akzeptanz der entwickelten Lösungen.

Herausforderungen von Low-Code

Trotz der zahlreichen Vorteile bringt Low-Code auch Herausforderungen mit sich, die nicht zu unterschätzen sind:

  • IT-Sicherheit: Die Einfachheit bei der Erstellung von Anwendungen kann dazu führen, dass eine sogenannte Schatten-IT entsteht. Dies bedeutet, dass Projekte außerhalb der zentralen IT-Abteilung “mal eben schnell” realisiert werden, was Sicherheitsrisiken bei der Einbindung in schützenswerte Infrastrukturen birgt.
  • Interoperabilität: Das prozessuale und technische Zusammenspiel mit Fachverfahren oder der E-Akte bedarf ganz eigener Überlegungen und Anforderungen, die auch durch die Verwendung von Low-Code-Ansätzen nicht umgangen werden können.
  • Wartbarkeit: Anwendungen, die mit Low-Code entwickelt wurden, müssen genauso gut dokumentiert und getestet werden wie klassische Software. Andernfalls können im Regelbetrieb Probleme auftreten, die zum Beispiel die Stabilität der Lösung beeinträchtigen.
  • Technisches Verständnis: Auch wenn Low-Code die Entwicklung erleichtert, ist ein grundlegendes Verständnis für Softwareentwicklung und IT-Architektur erforderlich. Insbesondere bei komplexeren Anwendungen müssen fachliche und technische Kompetenzen Hand in Hand gehen.
  • Personelle Ressourcen: Die Einbindung von sogenannten Citizen Developer:innen erfordert ausreichend geschultes Personal und entsprechende Kapazitäten. Gerade in der öffentlichen Verwaltung, wo häufig ein Mangel an IT-affinen Fachkräften herrscht, kann dies eine relevante, organisatorische Herausforderung darstellen.

Um diese Herausforderungen zu meistern, ist es entscheidend, eine klare Strategie zu entwickeln und die richtigen Partner für die Umsetzung zu wählen. Mit einer fundierten Planung lassen sich potenzielle Risiken minimieren und die Vorteile von Low-Code voll ausschöpfen.

Low Code in der öffentlichen Verwaltung

Die öffentliche Verwaltung steht vor der dringenden Aufgabe, Prozesse zu digitalisieren, um effizienter zu werden und den wachsenden Anforderungen der Bürger:innen gerecht zu werden. Low-Code bietet hier ein enormes Potenzial, das beispielsweise hierfür genutzt werden kann:

  • Antragsmanagement: Digitale Antrags-, Genehmigungs- und Freigabeprozesse lassen sich schnell und nutzerfreundlich umsetzen, wodurch Bürger:innen einen verbesserten Service erhalten.
  • Ablösung von Schatten-IT: Wie oben erläutert, stellt Schatten-IT auch bei Low Code eine Herausforderung dar. Gleichzeitig bietet es jedoch die Möglichkeit, bestehende Schatten-IT zu ersetzen. Mit Low Code können inoffizielle Tools wie Excel-Lösungen durch professionelle, integrierte Anwendungen ersetzt werden.
  • Modernisierung: Veraltete Software kann mit Low-Code-Ansätze durch flexible und zukunftsfähige IT-Lösungen abgelöst werden, die sich dann zum Beispiel besser in bestehende Systemlandschaften integrieren lassen.

Integrationsplattformen wie ServiceNow, Pega oder Appian bieten insbesondere für die öffentliche Verwaltung einen geeigneten Zugang zu Low-Code-Ansätzen. Solche Plattformen integrieren Low-Code als zentrales Feature, um beispielsweise Fachprozesse grafisch zu entwickeln, Schnittstellen per Tabellen zu konfigurieren oder Nutzungsoberflächen durch Drag-and-Drop von Interaktionsbausteinen zu entwerfen. Sie bieten zahlreiche, vorgefertigte Konnektoren, die eine nahtlose Verbindung zu Systemen wie SAP, Formular-Management oder eAkten ermöglichen. So wird eine durchgängige Digitalisierung der behördlichen Prozesse möglich.

Materna als Partner für Low-Code

Materna verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung und umfassende Expertise in der IT. Diese Kombination macht Materna zu einem idealen Partner für die Implementierung von Low-Code-Lösungen und die Einführung von Integrationsplattformen. Wir begleiten Sie von der ersten Beratung bis zur erfolgreichen Integration in die IT-Landschaft. Dabei entwickeln wir gemeinsam mit Kunden praxisorientierte Anwendungsszenarien, die auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Unsere Expert:innen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen – von der Auswahl der passenden Low-Code-Plattform bis hin zur nahtlosen Einbindung in die bestehenden Systeme. Darüber hinaus sorgen wir dafür, dass Mitarbeitende optimal eingebunden werden, um den langfristigen Erfolg der digitalen Transformation sicherzustellen.

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Vanessa Dunker
Content-Managerin

Vanessa Dunker arbeitet bei Materna als Content-Managerin. Sie unterstützt die Unternehmenskommunikation und betreut redaktionell verschiedene externe Formate. Ihr thematischer Schwerpunkt liegt im Bereich Public Sector.

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