30.09.2025
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Digitale Transformation: 7 Fehler, die Sie vermeiden sollten

Digitale Transformationsprojekte sind komplexe und herausfordernde Vorhaben, die auch bei agilem Vorgehen sorgfältige Planung, ausreichende Ressourcen und die volle Unterstützung des Managements erfordern. Doch trotz der Bedeutung dieser Projekte scheitern viele Organisationen an der Umsetzung. Im Folgenden beschreiben wir die häufigsten Fehler, die uns in einer Vielzahl von Kundenprojekten begegnet sind, analog zu einem Beispiel aus dem Sportbereich.

Nadin Ebel
IT-Projektleiterin
Sylvia Hochrieser
ITSM-Beraterin

Die 7 Fehler der digitalen Transformation

1. Unklare Strategie und fehlendes Zielbild

Ein häufiger Fehler ist das Fehlen einer klaren und umfassenden Strategie und die fehlende Antwort auf die Frage nach dem „Warum“.

  • Ohne Kenntnis der Treiber und Motivation sowie der damit zusammenhängenden klaren Ziele
  • und eine gut durchdachte Vorbereitung und Planung

kann die digitale Transformation schnell ins Stocken geraten. Unternehmen und auch öffentliche Verwaltungen müssen genau wissen, was sie aus welcher Motivation heraus erreichen wollen und wie sie dorthin gelangen. Damit hängt auch zusammen, dass sich Organisationen vorab über die Größe und den Ressourcenbedarf eines solchen Vorhabens im Klaren sein sollten.

Analogie:
Stellen wir uns einen kleinen Sportverein vor, dessen Vorstand den Vorschlag gemacht hat, sich an einem Laufwettbewerb zu beteiligen. Das Laufteam nimmt den Vorschlag begeistert an und bereitet sich auf einen 1.500-Meter-Lauf im Stadion vor. Nach dem Start des Trainings stellt das Team fest, dass es tatsächlich zu einem Marathon angemeldet wurde, bei dem es bisweilen querfeldein geht, die Strecke nicht gekennzeichnet ist und das Ziel in weiter Ferne liegt. Diese „kleinen Änderungen“ führen nicht dazu, dass das Team sein Training oder das Equipment anpasst – mit fatalen Folgen.

2. Mangelnde Unterstützung durch das Management und fehlendes organisatorisches Change Management

Die digitale Transformation muss von der Führungsebene verstanden, unterstützt und vorangetrieben werden. Wenn das Management nicht voll hinter dem Projekt steht, fehlt es oft an der notwendigen Motivation und den Ressourcen, um die Transformation erfolgreich umzusetzen. Fehlende Unterstützung durch das Management, unklare Verantwortlichkeiten oder widersprüchliche Prioritäten bremsen viele Initiativen aus. Hierbei ist es entscheidend, dass Führungskräfte nicht nur formell hinter dem Projekt stehen, sondern es aktiv mittragen und als Vorbilder agieren. Um die Akzeptanz zu fördern, empfiehlt es sich, mit den relevanten Stakeholdern gezielt Quick Wins und Low Hanging Fruits zu identifizieren. Organisatorisches Change Management sollte daher nicht als Begleitmaßnahme, sondern von Beginn an als integraler Bestandteil verstanden werden.

Analogie:
Das Laufteam wurde für den Marathon falsch trainiert, hat nicht die nötige Kondition, die Ausrüstung ist mangelhaft und das Team wird nicht einmal zentral zum Wettbewerb gefahren. Es gibt keine Streckenposten mit Verpflegung, die Läufer sind komplett auf sich allein gestellt. Außerdem sehen sie sich eher als Individualsportler denn als Team. Die Funktionäre des Vereins erkennen die Probleme nicht und steuern nicht dagegen. Sie gehen davon aus, dass der Trainer „schon einen Weg finden wird“.

3. Unzureichende Investitionen

Viele Organisationen unterschätzen die Kosten und den Zeitaufwand, die mit der digitalen Transformation verbunden sind. Unzureichende Investitionen in Technologie, Schulungen und Infrastruktur können den Fortschritt erheblich behindern. Auch fehlende Business-Case-Überlegungen stellen einen Stolperstein dar. Transformationen sind Investitionen in die Zukunft, die Zeit, Ressourcen und Engagement erfordern – sowohl auf operativer als auch auf strategischer Ebene.

Analogie:
Die optimale Vorbereitung für den Marathon braucht mehr Zeit, andere Ausrüstung und gegebenenfalls ein anderes Trainerteam. Wurde die strategische Vorbereitung vernachlässigt, steigen die Läufer nach und nach aus – oder verletzen sich. Trotzdem wird von ihnen erwartet, dass sie „irgendwie weiterlaufen“.

4. Fehlendes oder nicht verfügbares Fachpersonal

Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitenden ist ein weiteres großes Hindernis. Nicht nur in Bereichen wie AI, Big Data und IoT fehlen Experten. Auch sind die eigenen Mitarbeitenden zu stark ins Tagesgeschäft eingebunden. Ohne ausreichende Ressourcen, Kommunikation und Beteiligung führt dies schnell zu Überforderung. Erfolgreiche Projekte setzen auf frühzeitige Einbindung, transparente Kommunikation und gezielte Qualifizierung.

Analogie:
„Laufen ist Laufen“ – so denkt der Vereinsvorstand. Aber Marathon ist nicht gleich Sprint. Die Läufer sind zwar motiviert, doch ohne spezielles Training, passende Betreuung und geeignetes Material fehlt es an den Grundlagen, um das Rennen durchzuhalten.

5. Operative Falle

Organisationen, die sich zu sehr auf das Tagesgeschäft konzentrieren, geraten in die sogenannte operative Falle. Sie haben keine Zeit für strategische Weiterentwicklung, schieben Investitionen auf und riskieren dadurch kritische Innovationsverschleppungen – mit langfristig überproportional steigenden Kosten.

Analogie:
Die Schuhe der Läufer sind verschlissen, Schmerzen werden ignoriert, ein Athlet muss irgendwann barfuß weiterlaufen. Bei einem anderen reißt die Sehne. Versäumte Maßnahmen wirken sich nun gleichzeitig aus – und das Rennen ist verloren.

6. Widerstand gegen Veränderungen

Mitarbeitende können Veränderungen skeptisch gegenüberstehen – besonders, wenn Arbeitsplätze oder Routinen gefährdet erscheinen. Fehlendes Stakeholder-Management oder schwache Kommunikation können dazu führen, dass Unsicherheit oder Widerstand die Transformation blockieren. Oft sind diese Symptome Ausdruck tieferliegender Probleme wie fehlender Vertrauenskultur.

Analogie:
Das Laufteam erfährt, dass es plötzlich einen Marathon auf unwegsamem Gelände bestreiten muss. Die Läufer murren, zweifeln an ihrer Vorbereitung und verlieren Vertrauen in den Vorstand. Ohne Begleitung, Zwischenziele und Motivation kann das Team keinen Erfolg haben.

7. Fehlende Kunden-/Geschäftsprozessorientierung

Die digitale Transformation sollte immer den Kunden im Fokus haben. Unternehmen, die ihre Prozesse nicht an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten, riskieren Marktanteile und Reputation. Auch interne IT-Organisationen müssen als Servicepartner agieren, um Mehrwert und Vertrauen zu schaffen.

Analogie:
Ein Verein investiert in eine neue Laufbahn, bleibt aber beim alten Trainingskonzept. Das Ergebnis: minimale Verbesserungen, aber keine Wettbewerbsfähigkeit. Auch hier gilt: Nur mit einem ganzheitlichen Ansatz lässt sich das volle Potenzial ausschöpfen.

Fazit

Digitale Transformation ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Sie erfordert eine klare Strategie, Management-Support, realistische Investitionen, Fachkompetenz, Innovationsfreiräume, Change Management und Kundenorientierung.

Wir helfen Ihnen dabei, diese Fallstricke bei der Planung, Steuerung und Umsetzung Ihrer Transformationsprojekte im Auge zu behalten – und unterstützen Sie bei der erfolgreichen Durchführung Ihrer Vorhaben.

Lesen Sie mehr über die ganzheitliche digitale Transformation.

Erfahren Sie mehr über die Erfolgsfaktoren für die digitale Transformation.

Nadin Ebel
IT-Projektleiterin

Nadin Ebel arbeitet als IT-Projektleiterin, Beraterin für ITSM und akkreditierte ITIL-Trainerin. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in ITIL, Prozess- und Service-Management, IT-Infrastruktur und Projektmanagement. Sie hat sich zudem als Fachbuch-Autorin einen Namen gemacht.

Sylvia Hochrieser
ITSM-Beraterin

Sylvia Hochrieser arbeitet als ITSM-Beraterin und IT-Programm-/ Projektmanagerin. Sie ist unter anderem zertifizierte Beraterin für den Bereich IT-Financial Management. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in ITIL, Prozess- und Service-Management und Programm-/ Projektmanagement. 

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