31.05.2025
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Data & AI

Agentic AI – Die nächste Evolutionsstufe der Künstlichen Intelligenz

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant weiter – und mit ihr verändern sich die Möglichkeiten, wie wir arbeiten, Entscheidungen treffen und Prozesse steuern. Mit Agentic AI steht nun eine neue Generation intelligenter Systeme bereit, die nicht nur auf Befehle reagieren, sondern eigenständig handeln, Aufgaben übernehmen und Ziele verfolgen. Dieser Blogbeitrag zeigt, was hinter dem Begriff steckt, warum Agentic AI für Unternehmen und Behörden relevant ist – und was Entscheiderinnen und Entscheider jetzt tun sollten, um das Potenzial frühzeitig zu nutzen.

Heike Abels
Referentin für Unternehmenskommunikation

Was ist Agentic AI? 

Agentic AI, auf Deutsch etwa „handelnde“ oder „autonome KI“, beschreibt eine neue Generation von künstlicher Intelligenz, die nicht nur auf Befehl reagiert, sondern eigenständig Aufgaben verfolgt, Entscheidungen trifft und Ziele im Sinne des Nutzers oder einer Organisation umsetzt. Anders als klassische KI-Modelle, die auf spezifische Eingaben reagieren (wie z. B. Chatbots oder Vorhersagemodelle, generative AI), ist Agentic AI in der Lage, komplexe Aufgaben zu planen, auszuführen und dabei proaktiv Informationen zu beschaffen oder Strategien zu ändern – fast wie ein digitaler Assistent mit Eigeninitiative. 

Für wen ist Agentic AI relevant? 

Die Relevanz von Agentic AI reicht weit über die Tech-Welt hinaus und betrifft eine Vielzahl gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Akteure. Unternehmen aller Branchen können erheblich profitieren, insbesondere dort, wo repetitive oder koordinative Prozesse bislang manuell abgewickelt werden. Durch den gezielten Einsatz handelnder KI lassen sich solche Abläufe effizient automatisieren und gleichzeitig qualitativ verbessern. Auch Behörden und öffentliche Verwaltungen stehen vor der Chance, ihre Dienstleistungen bürgernäher, schneller und serviceorientierter zu gestalten – ein entscheidender Schritt hin zu einer modernen, digitalen Verwaltung.

Für Führungskräfte bietet Agentic AI zudem eine wertvolle Unterstützung bei der Entscheidungsfindung, etwa durch automatisierte Analysen, Priorisierungshilfen oder das aktive Vorantreiben operativer Aufgaben. Entwickler und IT-Abteilungen wiederum gewinnen mit Agentic-Frameworks ein neues Werkzeug, um intelligente Systeme zu bauen, die nicht nur reagieren, sondern eigenständig agieren. Und schließlich profitieren auch Bürgerinnen und Bürger: Sie erleben Dienstleistungen, die individueller, schneller und bedarfsgerechter auf ihre Anliegen eingehen – unterstützt von KI, die im Hintergrund nahtlos Prozesse steuert. 

Was sind die Vorteile für Unternehmen und Behörden? 

Agentic AI eröffnet ein breites Spektrum an Vorteilen – vor allem dort, wo Prozesse heute noch komplex, zeitaufwendig oder stark von manueller Steuerung geprägt sind. So können diese intelligenten Systeme verschiedene Anwendungen und Datenquellen nahtlos miteinander verknüpfen, eigenständig Entscheidungen treffen und Aufgaben priorisieren. Typische Einsatzszenarien finden sich etwa in der Rechnungsbearbeitung, der Kundenbetreuung oder der Koordination von Projekten. Dabei ersetzt die KI keineswegs das Fachpersonal, sondern fungiert vielmehr als digitaler Co-Pilot: Sie übernimmt wiederkehrende, zeitraubende Aufgaben und schafft so Raum für wertschöpfende Tätigkeiten und decision-making. 

Ein weiterer zentraler Vorteil ist die Fähigkeit zur schnellen Reaktion auf neue Datenlagen. Agentic AI kann Veränderungen in Echtzeit erfassen, analysieren und entsprechende Maßnahmen vorschlagen oder direkt einleiten – ein klarer Wettbewerbsvorteil, insbesondere in dynamischen Märkten oder Krisensituationen. Auch der öffentliche Sektor kann profitieren: Intelligente Agenten ermöglichen eine moderne, bürgernahe Verwaltung, die rund um die Uhr erreichbar ist, Anfragen automatisiert bearbeitet, Formulare vorausfüllt und Prozesse effizient vorbereitet. 

Nicht zuletzt punktet Agentic AI durch klare Effizienzgewinne. Besonders im Zusammenspiel mit bestehenden Automatisierungstools wie Robotic Process Automation (RPA) entstehen Synergien, die nicht nur Prozesse beschleunigen, sondern auch erhebliche Kosten sparen können. Kurz gesagt: Agentic AI bringt Automatisierung auf ein neues, intelligentes Level – flexibel, skalierbar und zukunftsorientiert. 

Was müssen Unternehmen und Behörden jetzt tun? 

  • Verständnis aufbauen: Führungskräfte und IT-Verantwortliche sollten sich mit den Grundlagen von Agentic AI vertraut machen: Was kann sie – und was (noch) nicht?
  • Use Cases identifizieren: Wo gibt es wiederkehrende Aufgaben mit klaren Zielen? Wo wird heute viel manuell koordiniert oder kommuniziert?
  • Klein starten – aber mit echtem Impact: Erste Pilotprojekte mit klar definierten Erfolgskriterien helfen, die Technologie im eigenen Kontext zu erproben.
  • IT-Infrastruktur vorbereiten: Agentic AI braucht Zugriff auf Daten und Systeme. Offene Schnittstellen, Datenqualität und IT-Sicherheit sind zentrale Voraussetzungen.
  • Datenschutz & Governance beachten: Gerade im öffentlichen Sektor müssen Agentic-Systeme transparent, erklärbar und DSGVO-konform sein. Frühzeitige Abstimmung mit Rechtsabteilungen und Datenschutzbeauftragten ist Pflicht.
  • Interdisziplinäre Teams bilden: Die Einführung von Agentic AI ist kein reines IT-Projekt. Es braucht Fachabteilungen, Prozessverantwortliche und Change-Management. 

Kein Hype, sondern ein echter Paradigmenwechsel 

Die Fähigkeit von KI-Systemen, eigenständig zu handeln, verspricht eine neue Stufe der Automatisierung – mit enormem Potenzial für Effizienz, Qualität und Innovation. Wer heute die richtigen Schritte geht, wird morgen nicht nur konkurrenzfähig sein, sondern vorne mitspielen. 

Weitere Themen: Einführung in das Agent-to-Agent (A2A) Protokoll von Google - Materna Blog

Heike Abels
Referentin für Unternehmenskommunikation

Heike Abels arbeitet bei Materna als Referentin für Unternehmenskommunikation. Sie betreut redaktionell verschiedene Formate für die externe Kommunikation. Thematischer Schwerpunkt ist der Bereich Cross Market Services. Dazu zählen Enterprise Service Management, Customer Service und Cyber Security.

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