Ein Grußwort von Hans Decker

Hans Decker ist Akademischer Direktor am Fachbereich Informatik der Technischen Universität Dortmund.

„Ich freue mich außerordentlich, den beiden Gründern des Unternehmens und besonders allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MATERNA-Gruppe zum 30-jährigen Firmenjubiläum zu gratulieren. 30 Jahre sind Grund genug für einen Blick auf 30 Jahre gemeinsam Hans Deckererlebte Technikentwicklung, für Euch im Unternehmen bzw. für mich an der TU Dortmund.

Informatik ist überall – in allen Lebensbereichen, in der Schule, im Beruf, in der Freizeit. Wirtschaft und Wissenschaft aller Branchen funktionieren nur noch mit und durch die Informatik. Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, war zur Zeit der Gründung der MATERNA GmbH nur für wenige absehbar. Informatik wurde zum Hochleistungsöl, das Veränderungen in nahezu allen Lebensbereichen unglaublich beschleunigte; eine Entwicklung, die viele Menschen fasziniert, für viele andere aber auch beängstigend ist.

„Hat Informatik etwas mit Zeitungen zu tun?“ war 1980, dem Gründungsjahr von MATERNA, eine durchaus nicht ungewöhnliche Frage besorgter Eltern, die sich nach dem Studienangebot der TU Dortmund erkundigten.

1980 war das Jahr, in dem

  • die Deutsche Bundespost einen Feldversuch mit 2.000 Teilnehmern zur Erprobung des Bildschirmtextes (BTX) durchführte (wurde 1983 eingeführt, 2007 wieder eingestellt).
  • die Firma Dietz Computer Systeme aus Mülheim a. d. Ruhr noch eigene Rechner produzierte (1983 von Norsk Data übernommen).
  • das Internet weltweit ca. 200 Knoten hatte (2009: ca. 40 Millionen Knoten mit ca. 1,8 Milliarden Nutzern).

1980 war

  • ein Jahr, bevor der IBM-PC mit 4,77 MHz und 64 kByte Speicher eingeführt wurde.
  • drei Jahre, bevor die Wirtschaftsförderung Dortmund den Ideenwettbewerb „Dortmund geht uns alle an“ auslobte und nach Ideen suchte, Dortmund von der niedergegangenen „schwarzen“ Industrie zu einer „weißen“ Dienstleistungsstadt zu machen.
  • fünf Jahre, bevor das Technologiezentrum Dortmund als eine der Folgen des Wettbewerbs gegründet wurde.
  • das Jahr, in dem die Digital Equipment Corporation (DEC) erstmals die VAX 11/750 präsentierte, sich dann innerhalb von zehn Jahren zur weltweit zweitgrößten Computer-Firma entwickelte, bevor sie nach weiteren acht Jahren von Compaq übernommen wurde (beide gehören heute zu Hewlett-Packard).

Diese kleinen, teilweise skurril wirkenden Beispiele zeigen, wie rasant die Entwicklung in der IT war und ist, aber auch, welche Anforderungen der Markt an ein Unternehmen und die darin tätigen Menschen stellt.

Viele der ersten Mitarbeiter der MATERNA GmbH wechselten direkt nach dem Studium der Informatik in das Unternehmen. Sie gehören heute zu den erfahrenen Führungskräften. Mehrere Hundert Absolventinnen und Absolventen der TU Dortmund hat MATERNA im Laufe der Jahre eingestellt. Noch größer ist die Zahl bei den studentischen Mitarbeitern.

Zu ihrer Zeit innovative Lehrkonzepte mit den Highlights „Projektgruppen“ und dem in Dortmund „erfundenen“ Studiengang „Angewandte Informatik“ mit verpflichtenden BWL-Anteilen bilden die Grundlage für eine praxisgerechte Ausbildung auf solider theoretischer Grundlage. Die Fakultät für Informatik hat mit ihren Studierenden und Absolventinnen und Absolventen einen nachhaltigen Beitrag zum Erfolg von MATERNA geleistet.

Die Fakultät für Informatik der TU Dortmund, ehemaliger Arbeitgeber der Gründer Helmut an de Meulen und Winfried Materna, hat auf vielfältige Weise Kontakt zum Unternehmen gehalten. Diplomarbeiten, gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, Vorträge und Präsentationen bei Festveranstaltungen, die Unterstützung bei der Einrichtung von Praktikumsstellen oder Stipendien nach dem Dortmunder Modell Mittelstandsstipendien und die Beteiligung an der Jobmesse der real-IT-y sind einige Beispiele.

„20 Jahre in der Informatik sind gefühlte 100 Jahre in jeder anderen Branche“, sagte einmal ein Kollege. In diesem Sinne freuen wir uns auf weitere „gefühlte 150 Jahre“ Zusammenarbeit zum Nutzen der Fakultät für Informatik, der TU Dortmund, der Region und natürlich der MATERNA GmbH.“

Hans Decker, Akademischer Direktor, Fakultät für Informatik, TU Dortmund


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